Medizintechnik – längst keine Männerdomäne mehr

Monique Henke ist mit ihrer Begabung für Mathematik und Chemie in einer einstmals männerdominierten Domäne gelandet: Bei VAMED leitet sie die Medizintechnik an den Helios Kliniken in Nienburg und Stolzenau. Dass auch sie kurzerhand Geräte wieder zum Laufen bringen kann, war für manche Kollegen an den beiden Standorten früher noch ein Lernprozess. Die anfängliche Skepsis ist jedoch längst gewichen, und bei VAMED sind heute zahlreiche Frauen in der Medizintechnik zu finden, auch in Leitungspositionen.

Naturwissenschaften und Technik haben Monique Henke schon immer interessiert – was vielleicht auch in der Familie liegt. Ihr Vater ist in der Bauchemie tätig, ihre Mutter ist Consultant für Krankenhausinformationssysteme. Nach dem Abitur studiert die junge Frau, die gebürtig aus dem Raum Berlin stammt, biomedizinische Technik an der Uni Rostock. „Wir waren ein relativ kleiner Studiengang, zwar mehr Männer, aber ich war nicht die einzige Frau und hatte einige Kommilitoninnen“, so die 32-Jährige.

Affinität zur Krankenhaus-Technik liegt in der Familie

Da sie durch den Beruf der Mutter schon früh mit dem technischen Bereich der Medizin in Kontakt gekommen ist, bewirbt sie sich nach ihrem Studium bei Krankenhäusern in der Medizintechnik. 2016 beginnt sie dann ihre Tätigkeit in den Helios Kliniken Mittelweser. „Der damalige Medizintechnik-Leiter hat mich von Anfang an als seine Stellvertretung in die Themen eingeführt, wodurch sich die Übernahme der Leitungsposition 2019 nach seinem Weggang für mich deutlich leichter gestaltet hat“, berichtet Monique Henke. Schon vorher hatte sie sich als neue Medizintechnikerin in den Kliniken in Nienburg und Stolzenau einen Namen gemacht.

„Im unserem Team vor Ort, das nur aus Männern besteht, war das von Anfang an kein Problem. Allerdings war es bei einigen Kolleginnen und Kollegen aus den medizinischen Bereichen anfangs doch noch ein Aha-Erlebnis, dass auch ich aus dem Stand die medizinischen Geräte reparieren konnte“, erinnert sie sich. „Nachdem ich mich eingearbeitet hatte und auch in den beiden Kliniken bekannt war, war das kein Thema mehr.“ So repariert und wartet sie das ganze Repertoire der medizinischen Geräte – von Spritzenpumpen über EKG-Geräte bis zu Ultraschallgeräten und vielem mehr.

Vom einfachen Neustart bis zur komplizierten Reparatur

„Das Studium war sehr theoretisch, daher fand ich es toll, in der Praxis nun so viel davon anwenden zu können“, betont die Medizintechnikerin. Oft muss sie auch direkt in den OP, um dort die Geräte wieder in Gang zu bringen. Doch nicht immer ist eine komplizierte Reparatur notwendig. „Wie es bei Computern oft der Fall ist, so können sich auch medizinische Geräte einfach mal aufhängen und benötigen einen Neustart.“ Das Koordinieren von Wartungsterminen sowie Konstanzprüfungen bei bildgebenden Verfahren zählen ebenfalls zu ihrem Arbeitsbereich.

Als Standort-Leitung der Medizintechnik fungiert sie als Schnittstelle zwischen VAMED und Klinik und ist zudem der Dreh- und Angelpunkt zwischen Investition und Instandhaltung. Seit sie den Posten übernommen hat, ist vor allem der administrative Teil ihrer Arbeit in den Mittelpunkt gerückt. „Neben der Personalplanung ist dies auch viel Controlling der Medizintechnik und die Steuerung der Geräteneubeschaffungen“, erläutert Monique Henke.

Im Kreis der Standortleiter der VAMED-Region Nord gibt es außer ihr noch eine weitere Frau. An den Standorten von VAMED in ganz Deutschland sind viele Frauen in der Medizintechnik tätig, auch in Führungspositionen wie Projekt- oder Werkstattleitungen sowie Standort- und Regionalleitungen. Bei VAMED fühlt sich Monique Henke daher komplett integriert. „Es ist ein toller Zusammenhalt und wir unterstützen uns gegenseitig. Es zählt das Know-how und die Teamarbeit“, betont die Medizintechnikerin.

Monique Henke  leitet bei VAMED die Medizintechnik an den Standorten Nienburg und Stolzenau.

 

„Es ist ein toller Zusammenhalt und wir unterstützen uns gegenseitig. Es zählt das Know-how und die Teamarbeit.“