Ein Kfz-Meister begeistert sich für die Medizintechnik

Von Thomas Lieske

Kürzlich stand ich in Süddeutschland an einer Tankstelle und blickte ratlos auf den Motor meines Autos. Das Auto hatte mir kurz zuvor gemeldet: Ölstand niedrig. Keine Ahnung, was ich jetzt machen sollte. Zum Glück genügte ein Anruf bei Stephan Platzer, einem Kollegen aus der Medizintechnik in Bad Kissingen, und wenig später konnte ich die Fahrt fortsetzen.

Einstieg in eine völlig unbekannte Branche

Herr Platzer prüft Medizintechnik-Geräte und ist vor allem in Nordbayern unterwegs. Er ist seit September 2020 im Team und ursprünglich gelernter Kfz-Mechatroniker, sogar mit Meistertitel. Also ein echter Experte, wenn das Auto einmal stehen bleibt. Autos sind seine Leidenschaft. Trotzdem entschied er sich im vergangenen Jahr, den Einstieg in eine ihm völlig unbekannte Branche zu wagen – und das mit Erfolg!

Die ersten Informationen zu seiner neuen Stelle erhielt er bei einem Telefonat, während er mit einem reparierten Auto auf Probefahrt war. Medizintechnik kannte er nur aus Erzählungen von seiner Frau, die in einer Praxis arbeitet, und Krankenhäuser nur als Patient oder Besucher. Gerade am Anfang fiel ihm das Lernen der vielen medizinischen Fachbegriffe und der Gerätebezeichnungen schwer. Doch beim Umgang mit den Geräten hilft ihm seine frühere Ausbildung, denn die Technik von Autos und Medizingeräten ist häufig ähnlich. Ein großer Unterschied zu seiner alten Branche sind die vielen Regelungen, die es zu beachten gilt, und das das hohe Maß an Sicherheit und Reinlichkeit.

Gründliche Einarbeitung und umfangreiche Schulungen

Dass Stephan Platzer nach nur einem Jahr schon sehr viele verschiedene Medizintechnik-Geräte prüfen und reparieren kann, verdankt er vor allem einer guten und gründlichen Einarbeitung durch das Team in Bad Kissingen und umfangreichen Schulungen. Auf die Frage nach seiner Lieblingsprüfung antwortet Herr Platzer prompt: „sicherheitstechnische Kontrollen an Infusionstechnik“.

Als Prüfer kommt er viel in der Region herum; die Reisetätigkeit zu verschiedenen Kliniken sorgt für eine angenehme Abwechslung. In kurzer Zeit hat er viel gesehen und konnte sehr viel lernen. Sein langfristiges Ziel ist es, sich auf seinem Gebiet weiter zu spezialisieren.

Für die Leidenschaft Auto bleibt neben dem Job noch genug Zeit

Die Entscheidung, in die Medizintechnik zu wechseln, hat er nicht bereut. Zum Glück musste Herr Platzer seine Leidenschaft nicht komplett aufgeben und nimmt sich immer wieder die Zeit, daheim an seinen Autos zu schrauben.

Thomas Lieske leitet bei VAMED die Medizintechnik in der Region Süd.

KfZ-Meister Stephan Platzer kümmert sich jetzt um Medizintechnik.

  

 

"Beim Umgang mit den Geräten hilft ihm seine frühere Ausbildung, denn die Technik von Autos und Medizingeräten ist häufig ähnlich. "